Räuchner mit Küchenkräutern

Immer wieder höre ich von Räucherbegeisterten, dass sie ja gerne räuchern würden, aber oftmals das passende Kräutlein nicht dazu haben

In vielen Haushalten steht im Gewürzregal jedoch einiges, was wir zum Einsatz bringen können, ohne erst das Haus verlassen zu müssen. Wichtig dabei ist aber, nicht die alten und vergilbten Gewürzkräuter beim Räuchern zu entsorgen, sondern auch hier auf Qualität und Frische zu achten.

Grundsätzlich können wir ja alle Kräuter räuchern. Von Vorteil ist es, wenn wir die Wirkungsweise der Pflanzen kennen, und demgemäß dann einsetzen.

Der Rauch der Pflanzen und Kräuter ist unterstützend. Er erledigt nicht unseren Job, aber er kann uns sehr dabei helfen. Sich mental darauf einzustellen ist sehr hilfreich, oder die Räucherung in ein Ritual mit einzubinden steigert auf jeden Fall die Wirkung.

Natürlich kann jedes Kraut für sich alleine verwendet oder mit anderen gemischt werden, je nach dem, welche Wirkung erzielt werden soll. Energetisch stärker ist das Räuchern mit der Kohle. Mehr für die Nase ist das Räuchern auf dem Sieb, hier wird das Aroma gar noch feiner, wenn wir auf das Sieb eine haushaltsübliche Alufolie (es können auch feine, kleine Kieselsteine sein) legen.

Bitte beachte auch, dass der Einsatz der verschiedenen Räuchermaterialien nie den Weg zum Arzt oder Therapeuten erspart. Also, bei Beschwerden den medizinischen oder fachlichen Rat einholen.


Ich habe mal ein paar der gebräuchlichsten Gewürzkräuter aufgeführt und auch, wofür die beim Räuchern zum Einsatz kommen können


Anissamen

Wichtig ist, dass der Anis gut gemörsert ist, sonst springt er knallend von der Glut und kann gar kleine Brandwunden hinterlassen. Klar spreche ich da auch aus eigener schmerzhafter Erfahrung.

Anis ist mehr von sanfter Räucherkraft und hat trotzdem ein großes Betätigungsfeld. Er lässt sich bei Albträumen, Darmbeschwerden, Klärung der Gedanken und bei Husten genauso verwenden wie zu einer Liebsräucherung. Der Rauch ist krampflösend, öffnet uns und unterstützt uns auch, wenn wir ein Thema loslassen wollen. Er ist ein sanfter Reiniger der Atmosphäre und kann auch noch zur Traumarbeit verwendet werden.


Basilikum

Basilikum passt nicht nur gut aufs Pizzas oder Tomaten, er hat noch ganz andere energetische Qualitäten. Wir finden ihn in Räuchermischungen bei denen es um Abwehr, Schutz, Kraft und Selbstvertrauen geht. Harmonie, Entspannung und Aufbau sind weitere Energien, die er uns bieten kann.


Bohnenkraut

Bohnenkraut für sich alleine geräuchert ist ein Wohlgeruch. Es diente schon früher dazu, Krankenzimmer mit seinem Rauch zu desinfizieren.

Weiter bringt es uns Entspannung, da es beruhigend wirkt, es entspannt auch unsere Atemwege. Es ist gut für eine Liebesräucherung und wirkt positiv auf unser Herzchakra. Räuchere einfach mal mit Bohnenkraut bei der Meditation oder verwende es bei einem Ritual.


Dillsamen

Wir verwenden ja eher das Dillkraut in der Küche, beim Räuchern kommt der Dillsamen zum Einsatz. Schon früh diente er als Schutz vor Verhexungen aller Art.

Dost/Oregano

Dost, der auch als wilder Majoran bezeichnet wird, hat einen starkwürzigen und kräftigen Geruch. Wie stark er deswegen eingestuft wurde zeigt schon darin, dass er gegen Schwarze Magie Verwendung fand. Auch für eine Hausreinigung ist er wohl geeignet und putzt die Aura wieder rein. Er wird gerne in den Raunächen eingesetzt oder zur Abwehr negativer Energien. Die Heilkundigen früherer Tage nutzen seinen Rauch, um Entzündungen zu hemmen.


Estragon

Estragon der aus der Artemisiafamilie stammt, ist wie viele von ihnen (siehe Beifuß) ein starkes Kraut. Mit seinem Rauch können wir gut reinigen oder uns einen energetischen Schutz verschaffen, der auch unsere Aura mit einbezieht. Selbst die Chakren freuen sich über seine helle und lichte Energie.


Kerbel

In der Volksheilkunde ist der Kerbel wegen seinem hohen Vitamin C -, Karotin-, Eisen und Magensiumgehaltes ein gern benutztes Kraut. Auf dem Sieb erinnert uns sein nicht zu starker Geruch eher an Petersilie. Trotzdem kann er unsere Stimmung aufhellen, soweit, dass wir uns wieder recht schwungvoll fühlen. Seine reinigende und desinfizierende Kraft wurde schon früh erkannt, und so wurden auch mit ihm Krankenzimmer gereinigt, um die Krankheitsdämonen zu vertreiben.

 

 

Liebstöckl

Um in der Aufzählung ein weiteres bekanntes Kraut nicht zu vergessen, habe ich das Liebstöckl hier nur kurz angeführt, da von ihm die Wurzel geräuchert wird. Wofür? Naja, wie der Name ja schon andeutet – für die Liebesräucherung und die Potenz soll es auch noch steigern. . . .


 

Majoran

Majoran gehört nicht nur in die Leberknödel, sonder auch in das Regal mit den Räucherkräutern. Der Majoran ist ein richtiges Kraftpaket, der uns Mut und Stärke mit seinem Rauch geben kann, ein starker Helfer bei energetischen Reinigungen, ob für Haus, Hof oder die Aura. Er bringt uns Entspannung und fährt das Streßbarometer nach unten. Wenn wir mal in einem Tief hängen bleiben, traurig, leidvoll oder mit Angst erfüllt sind, führt uns der Majoran wieder ins innere Gleichgewicht zurück.


Petersilie

Von diesem Würzkäutlein nimmt man sowohl die Blätter als auch die Wurzel zum Räuchern. Petersilie wirkt desinfizierend, harmonisierend und reinigend.


Rosmarin

Rosmarin ist eine Pflanze die früher erstmal in den Klostergärten gehegt und gepflegt wurde. Hier haben wir eine Pflanze zum Freund, die sich sehr universell einsetzen lässt. Rosmarin stärkt uns und gibt uns Kraft, damit wir Klarheit bekommen und unsere Probleme bei den Hörnern packen können. Natürlich ist er auch ein starker Reiniger und säubert unser Krankenzimmer von den Plagegeistern. Selbst bei der Rekonvaleszenz ist sie uns dienlich und sorgt dafür, dass unsere Widerstandskraft wächst. Ansonsten fährt der Rosmarin das ganze Programm, von Reinigung über Schutz und Segen.


Thymian

Ein weiterer Gigant ist unser Thymian. Er ist stark und kompromisslos. Bei der Reinigung schmeißt er alles raus, was ihm nicht taugt und sein Schutzwall beim Räuchern lässt auch nichts mehr rein. Bei Priesterinnen und Schamanen stand er in so hohem Ansehen, dass er sogar bei der Weihe von Tempeln oder heiligen Orten verwendet wurde.

Schon im Mittelalter wurde seine antiseptische Kraft genutzt, um Krankenzimmer zu reinigen. So ist er hilfreich gegen Bakterien, Mücken und Ungeziefer.

In der Volksmedizin dient er bei Verkrampfungen, Husten, Erkrankungen der Atemwege und Bronchien. Er stärkt die Widerstandskraft, führt uns in positive Energiefelder und löst auch Ängste sanft auf.

Da es ihm gelingt, unser inneres Feuer zu entfachen, findet er oft seinen Einsatz auch in Liebesräucherungen.


Wacholder

Und mit dem Wacholder haben wir wiederum einen starken Räucherer, über den genauso viel zu berichten ist, wie über Rosmarin und Thymian, und über den man schon ein eigenes Büchlein füllen könnte. Aber bevor ich zu sehr ins Schwelgen komme, fasse ich hier mal nur die wichtigsten Punkte zusammen. Bei meinen Räuchermischungen verwende ich alle Teile dieser Meisterpflanze. Wobei in der Küche eher die Wacholderbeeren zum Einsatz kommen. Aber keine Sorge, die haben es auch in sich.

Bei den Runen wird der Wacholder der Rune Sowilo zugeordent, was ja auch soviel wie Sonne und Lebenskraft bedeutet.

Wiederum haben wir mit ihm eine Pflanze die in der Volksheilkunde sehr viel zum Einsatz kam und kommt.

Lange Zeit war es Brauch, kranke Gliedmaßen, die von Rheuma befallen waren, Quetschungen erlitten haben oder gar gelähmt waren über den Rauch des Wacholders zu halten, und wenn das nicht ging, wurde ein Tuch in den Rauch gegeben und die betreffenden kranken Stellen abgerieben. Gerade in den Zeiten der Pest wurde der Wacholder wegen seiner desinfizierenden Karft in vielen Orten verbrannt, so dass er fast vom Aussterben bedroht war.

Hier nun in Kurzform noch weitere Einsatzgebiete der Wacholder-Räucherung, wobei wir Speck und Schinken auslassen wollen!

Reinigung, auch auf geistiger und seelischer Ebene, Desinfektion, Förderung der Ahnenkontakte, Erhöhung der Widerstandskraft, Naturräucherungen, beruhigend für Kleinkinder, Beseitigung von Fremdeinflüssen. Hilfestellung bei einem Neubeginn. 


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