Räuchern mit Kräutertees

Hier hab ich ein paar gängige und wohl auch haushaltsübliche Teekräuter aufgeführt, ohne den Anspruch an Vollständigkeit zu erheben. Wer die Beschreibung von seinem Lieblingstee (bitte nur heimische Sorten) nicht findet, kann gerne auf meiner Homepage nachsehen.

Wieder einmal geht es mir darum, dass schnell eine Räucherung stattfinden kann, ohne groß erst durch die Geschäfte zu hetzen, um eine bestimmte Wirkung zu erzielen.

Spannend wird es, wenn wir die verschiedenen Teekräuter mischen, um etwa eine bestimmte Duftnote zu erreichen, oder um das Spektrum der Wirkungen zu erweitern.

Grundsätzlich macht die Räucherung nicht unseren Job. Sie unterstützt uns, kann uns sensibilisieren und empfänglicher für unser 'Thema' machen. Die Räucherung kann einiges transformieren, um so mehr wir uns auf sie einlassen. Über den Unterschied zwischen Räuchern und beduften habe ich schon im vorher gehenden Artikel geschrieben.


Bitte beachte auch, dass der Einsatz der verschiedenen Räuchermaterialien nie den Weg zum Arzt oder Therapeuten erspart. Also, bei Beschwerden den medizinischen oder fachlichen Rat einholen.


Nun, gehen wir ans Werk!!!!!


Brennnessel

Wenn wir der Brennnessel in der Natur begegnen, dann machen wir gerne einen großen Bogen um sie herum. Und manchmal erscheint es uns dann, als ob sie den Platz vor menschlichen Eindringlingen schützen möchte, auf dem sie steht. So dient sie uns schon mal echt gut für eine Schutz-Räucherung. Früher wurde sie vor allem gerne in ländlichen Gegenden als Schutz vor den Hexen in Haus, Hof und Stall verräuchert, und da vornehmlich an Walpurgis.

Weiter wird ihr nachgesagt, dass sie beim Räuchern zu unserer Gesunderhaltung beiträgt und auch den Lichtkörper reinigt. Nun, ihr Geruch auf der Kohle ist eher herb, na gut, vielleicht trägt das dann ja auch zum Schutz bei.


Frauenmantel

Der Frauenmantel ist und bleibt ein Frauenkraut. Beweis: diese Pflanze wird der Göttin Venus zugesprochen. Da ja das Räuchern schon eine lange Tradition hat, ist es auch nicht verwunderlich, dass die 'alten' (gabs denn da keine jungen) Germanen den Rauch des Frauenmantels bei Liebes- und Fruchtbarkeitsriten wirken ließen. Klar funktioniert das heute auch noch. Entspannend wirkt der Frauenmantel-Rauch auf das Bauch- und Sakralchakra, was sich dann wohl noch verstärkt, wenn gleichzeitig sein Tee getrunken wird. Eine Räucherung mit dem Frauenmantel unterstützt auch die weibliche Kraft und Stärke, also auch für Männer verwendbar, die zu sehr ihren Adam leben.


Holunderblüten

Vorab: ich räuchere jedes Teil vom Holunder, wobei die Blüten immer den größeren Anteil in meinen Mischungen ausmachen. Diese magische und kräftige Pflanze will ich nicht nur auf einen Teil reduzieren.

Die Holunderblüte ist eine feine und doch starke Reinigungspflanze, wenn wir unsere Wohnung mal von dem ganzen Energieschrott befreien wollen, der sich angesammelt hat. Neben der Reinigung bietet sie auch Schutz, der sich wie ein Schild um uns legt.

Wer gerne orakelt, sein es nun I-Ging, mit Runen, Tarot oder Pendel, der findet in der Holunderblüte eine Verbündete, die eine Brücke in die Anderswelt schlägt, mit dieser Brücke unterstützt sie uns ebenfalls bei einer Ahnenräucherung, beispielsweise am 1. November.


Johanniskraut

Eine lange Karriere kann das Johanniskraut verbuchen, und in der Volksheilkunde ist es ein unverzichtbares Kraut. Schon der Teufel soll gegen diese Wunderkraut angekämpft haben, und konnte mit seinen spitzen Krallen nur die Löcher in die Blättchen stanzen.

Als Schutzkraut verräucherten es schon die Kelten – vornehmlich bei Sonnwendfeiern – um sich vor allerlei Unbilden zu schützen. Gemeinhin ist ja bekannt, dass bei langer Anwendung Johanniskraut gegen Depressionen eingenommen wird. Auch mit der Räucherung können wir diese Thema angehen. Doch bitte: ein- oder zwei mal hilft da nicht. Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Johanniskraut-Räucherung ist ihr entspannender Effekt, sei es nach einem harten Arbeitstag, nach einer Geburtstagsfeier im Kinderzimmer, einen Streit in den Geschäftsräumen, und selbst wenn ein Gewitter aufzieht, kann es die Spannung aus der Luft nehmen. Das Johanniskraut reinigt und bietet auch Schutz.


Kamille

Diese kleinen Sonnenknöpfe haben es in sich. In der Volksheilkunde sind sie ein wahres Universalheilmittel und waren früher, vor allem in den bäuerlichen Haushalten ein Hauptsbestandteil der Hausapotheke. Ich schätze nicht nur ihren süßlichen Geruch beim Räuchern, sondern auch ihre umfangreiche Wirkkraft. Ob zur Entspannung, zur Aurareinigung oder bei Segnungszeremonien ist sie eine unverzichtbare Begleiterin. Sie kann uns auch Trost spenden und uns vor Ängstlichkeiten erlösen.


Lindenblüte

Ah, welch ein honigsüßer Duft ist das, wenn wir unter einem blühenden Lindenbaum stehen. Einatmen. Ausatmen. Weiteratmen. Auch so ein Schatz, der die Volksheilkunde bereichert und natürlich unsere Räucherkräuter. Auch hier könnte ich wieder ins schwärmen kommen, doch will ich mich auf die wesentlichen Merkmale für unsere Räucherarbeit reduzieren. Schützend, kräftigend und reinigend, das sind schon mal starke Attribute. Für mich ist die Linde ein Herzbaum, denn die Blüten sind für mich wahre Herzensöffner. Mütterliche, ja fast selbstlose Liebe durchströmt uns mit ihrem Räucherduft. Sie verschafft uns Gelassenheit und Zuversicht auf unserem Lebensweg. Wir finden wieder unsere Wurzeln und den Weg zurück zu Mutter Natur.


Lungenkraut

Als der Mensch noch mehr in die Vorgänge der Jahreszeiten und der Natur eingebunden war, waren für ihn Krankheitserreger Dämonen und böse Geister. Ob er da wohl näher lag, als wir mit unserem sterilem Leben? Zahlreiche Pflanzen und Kräuter dienten dazu, diese unheilvollen Gesellen mittels Rauch zu vertreiben, unter anderem auch das Lungenkraut mit seiner desinfizierenden Wirkungsweise.

Natürlich hat das Lungenkraut eine besondere Affinität zur Lunge und deren Belange. Eine Räucherung hilft uns, dass wir mal wieder durchatmen können. Durch seine positive Wirkung auf das Herzchakra spüren wir unsere Liebensfähigkeit wieder besser.


Melisse

Wenn wir das Tor in die Anderswelt öffnen möchten, merken, dass wir unsere innere Balance verloren haben, nach Entspannung lechzen, Schutz und Stärkung benötigen, uns Depressionen oder Schlaflosigkeit in ihrem Bann halten, dann sollten wir mal das Nervenkraut, wie die Melisse auch genannt wird, räuchern. Hierbei, und für einiges noch mehr kann sie uns hilfreich zur Seite stehen.


Pfefferminze

Schon von Kindheit an liebe ich den Geschmack der Pfefferminze. Als Kleiner rupfte ich gerne ihre Blätter ab und aß sie einfach so, später versuchte ich dann auch die Mentholzigaretten, denen ich aber nie was abgewinnen konnte. Zurück zum Räuchern und weg vom Rauchen. Was ich noch nicht ausgetestet habe ist, dass die Räucherung mit der Pfefferminze den Beginn einer Liebesbeziehung beschleunigen kann. Naja, vielleicht berichtet mir ja mal eine/r von euch, wie das funktioniert hat. Vitalisierend ist sie alle mal, hilft bei der Konzentration, denn sie verschafft uns einen klaren Geist, sie erfrischt uns und lässt uns dabei trotzdem entspannen.

Auch von ihr lege ich gerne einen getrockneten Zweig auf die Herdplatte meines Holzofens, wenn die Küchengerüche mal wieder zu 'dominant' sind.


Salbei

Salbei ist ja ein MUSS bei jedem Räucherer. Und noch besser der 'weiße Salbei'. Nun, wenn's hilft, ich hab da so meine eigene Meinung. Ich schneide meinen Bedarf von einem alten knorzigen Salbeistock im Waldviertel ab, und da ist genug Saft und Kraft enthalten. Eben ein echter Waldviertler. Der Salbei ist für mich ein treuer Kamerad und hilfreicher Freund. Als Universalreiniger ist er mir lieber wie Meister Propper, denn der Salbei hält auch mal ne Weile unsere Räume von störenden Energien sauber, also auch gleich noch ein Schutzkraut.

Bei der Meditation öffnet er den Kanal für mehr Spiritualität, denn störende Energien haben keinen Platz mehr. Das ist auch der Grund, dass ich ihn oft vor unseren Trommelabenden verräuchere. Mit dem Salbeirauch können wir uns leichter erden und auch zur Ruhe kommen. Seine desinfizierende Wirkung ist gut für unsere Lungen.


Schafgarbe

Ein anderes Kaliber ist die Blüte der Schafgarbe. Auch sie ist sehr passend fürs Orakeln, Traumarbeit und Visionen. Die Schafgarbe hat eine reinigende und schützende Kraft, was bei dieser Art von Arbeit sehr nützlich ist. Der würzige Duft, der der getrockneten Blüte anhaftet macht sich auch beim Räuchern bemerkbar und beeiflußt uns soweit, dass wir mutiger und entschlossener werden können.


Weißdorn

Welch ein prächtiges Gewächs der Weißdorn doch ist, wenn er mit seiner verschwenderischen Blütenpacht unsere Landschaft wie ein Schneebaum ziert. Doch diese stille Pracht ist auch von mannigfaltiger Kraft durchsetzt. Und wieder wurde diese Kraft schon lange zu Heilzwecken genutzt, was jetzt recht befremdend erscheint. Kranke wurden mit Weißdornrauch eingenebelt, damit sie ihre Krankheiten abstreifen können. Neben dieser reinigenden Kraft wird ihm auch der Schutz vor Krankheiten zugestanden, was in diesem Fall ja auch verständlich ist.

So ein Kraut, das behütet, wärmt uns auch – und in dem Zustand des inneren Friedens können wir uns dann auch der Trauerarbeit und Verlusten zuwenden, die wir ganz tief in uns vergraben haben. Der Weißdorn hilft uns hier sehr unterstützend dabei.


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